Draußen! Neue Alben von Mastodon, Mike D, Dinosaur Jr. und mehr

Album der Woche: Mastodon – “Marrow Deep”
Nach dem Unfalltod von Gitarrist Brent Hinds und dem Verlust der Mutter von Schlagzeuger Brann Dailor kanalisieren Mastodon mit “Marrow Deep” die nächsten Schicksalsschläge in ihren urgewaltigen Prog-Metal. Keyboarder Joao Nogueira erweitert den Sound der Band um überraschende Jazzrock-Elemente und poppige Passagen.
Mike D – “Thank You”
Zwischen Hip-Hop, Punk, Dub und Electronica zeigt Mike D mit seinem ersten Soloausflug, dass musikalisches Altern alles andere als Stillstand bedeuten muss. Ursprung des Albums ist eine gemeinsame Session mit seinen Söhnen.
Dinosaur Jr. – “There Near”
Dinosaur Jr.-Frontmann J. Mascis holt für “There Near” seinen alten Gitarren-Amp wieder hervor. Mit ihrem neuen Album kehren Dinosaur Jr. wieder zum wuchtig-brachialen Gitarrensound ihrer Anfangstage zurück.
Interpol – “This Mirror Weighs A Ton”
Mit “This Mirror Weighs A Ton” liefern Interpol ein besonders düsteres, aber auch zutiefst persönliches Album ab. Frontmann Paul Banks klingt hier so verletzlich wie selten zuvor: Die Songs handeln dabei von Einsamkeit und Selbstzweifeln.
Beartooth – “Pure Ecstasy”
Auf “Pure Ecstasy” zeigen sich Beartooth, infolge des persönlichen Befreiungsschlags von Sänger Caleb Shomo besonders facettenreich. Dabei verbinden sie Funk, Metalcore, Glam-Rock mit enormer Experimentierfreude.
Ty Segall – “Chrome”
Auf “Chrome” hat Ty Segall seine Freedom Band wieder einberufen, um eine Platte jenseits von Experimenten aufzunehmen. Das macht sie aber nicht eintönig oder langweilig. Im Gegenteil: Genre-Sprünge, analoge Synthesizer und Fuzz bis zum Anschlag heben “Chrome” vom Vorgänger “Posession” ab.
Russian Circles – “Nine”
Russian Circles wissen, wie sie Gewalt und Schönheit unter einen Hut bringen: Das neunte Album der Chicagoer Band schafft es, harte Breakdowns und Chaos zu verbreiten, ohne atmosphärische Melodien aus den Augen zu verlieren. Das führt zu einer Platte voller dreckiger und weitläufiger Präzision.
Alabama Shakes – “I Must Be Dreaming”
Nach über zehn Jahren veröffentlichen Alabama Shakes wieder ein Album. Auf “I Must Be Dreaming” beweist die Band, dass sie während der Bandpause gewachsen ist. Die träumerischen Songs baden in Psychedelic Soul, wo Verzweiflung und auch Hoffnung mit leisen Parts, aber auch schnellen Hooks vermittelt werden.
Allah-Lahs – “Sirenas”
Allah-Las bringen mit “Sirenas” eine verträumte Instrumentalplatte heraus, die aus der Experimentierfreude des Quartetts entstand. Gemeinsames Jammen führte zu den zehn Songs, die Lofi-Psych, Garage-Rock und sommerliche Grooves in sich vereinen.
Big Truck – “Midday At The Middleway”
Frontmann Laurie Vincent startet die neue Band Big Truck und erkundet Post-Punk- und Power-Pop-Momente für sich, die bei Soft Play keinen Platz haben. Ein Debüt mit Abwechslung, das vor allem durch die verschiedenen Hintergründe der Mitglieder entsteht.
Everlast – “Embers To Ashes”
Die 17 Songs auf “Embers To Ashes” orientieren sich allesamt an Blues und Country. Everlast veröffentlicht sein erstes Album seit acht Jahren und klammert Rap aus, um mit viel Akustikgitarre die Schicksalsschläge seiner vergangenen Jahre und die gesellschaftlichen Krisen zu verarbeiten.
Pulp – “Live!”
Ein Konzert, das Glückshormone ausschüttet, auf Platte festgehalten: “Live!” von der Britpop-Band Pulp ist ein Mitschnitt von zwei Konzerten, die 2025 in der Londoner O2-Arena stattfanden. Die Tracklist geht von sechs Liedern vom aktuellen Album über die klassischen Live-Songs bis hin zum alten Favoriten “O.U.”.
The Warning – “Everything’s Falling”
Mit einem Sound, der nach Alternative Rock der frühen 00er klingt, und eingängigem Songwriting veröffentlichen die drei Schwestern von The Warning ihr neues Album. Dazu bedienen sie sich an Einflüssen aus den Bereichen Pop, EDM, Grunge und mehr, um ein starres Genre etwas aufzulockern.
Wine Lips – “TV Dinner”
Die Garage-Psych-Punk-Band Wine Lips hält auf ihrem fünften Album an dem rohen Sound fest, der sich mit krachenden Gitarrenriffs ohne Mühe ins chaosdurchzogene Genre einreiht – allerdings ohne Überraschungen mehr.
The Linda Lindas – “Gotta Get Out”
Auf “Gotta Get Out” stellen sich die Linda Lindas immer breiter auf. Der Punk-Kern der letzten Jahre bleibt auch auf dem dritten Album bestehen, aber die Entwicklung des Quartetts ist deutlich herauszuhören. Nostalgischer Grunge und Dream-Pop mit Biss.
Der Beitrag Die Alben der Woche erschien zuerst auf VISIONS.de.

