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Rock / Heavy Metal 05.10.2026

DIIV: Kapitalismuskritik in neuer Single "Trillions"

DIIV posieren für ein Fotoshooting in einer Luxusvilla, es regnet Geldscheine. Mit den Zeilen “I will own a big big house with a big gold floor/ and i’ll have a billion dollars saved when i’m 24”, beginnt Sänger Zachary Cole Smith den Song. Im Video läuft er dabei erst im Seiden-Bademantel, dann in einem übergroßen Anzug durch die Villa. Auf dem gläsernen Schreibtisch liegen Wirtschaftsmagazine mit Fotos von Smith aus: “Rock Futures are up”, “DIIV: it’s not business as usual anymore” und “Meet the Twerps of Zirp”.

In den beiden Strophen zählt Smith mit subtilem Autotune mehr und mehr Dinge auf, die er besitzen will. Für diejenigen, an denen die Satire der Strophen vorbei gegangen ist, verdeutlicht der plakative Refrain “For nothing/ for who?/ for no one to use/ for what?” die Haltung gegen grenzenlose Gier und hoffnungslose kapitalistische Träume.

Das Video fängt die Aussage des Liedes, dass das Anhäufen von finanziellem und materiellem Reichtum zwecklos ist, auf. Die Villa ist groß und steril. Die Grau- und Blautöne der Wände und Fenster sorgen für Kälte und bedienen das Klischee der Emotionslosigkeit der “grauen Männer”. Die Fragen, für wen und was die Bessitztümer letztendlich gut sein sollen, brauchen die Antwort “for nothing” dank des Videos eigentlich nicht. Das kahle Haus beantwortet sie ganz alleine.

Während der Performance des Songs innerhalb des Videos inszenieren sich die Musiker als coole Rockstars, die alles erreicht haben und sich beinahe nur noch um Business-Angelegenheiten kümmern. Mittendrin sehen wir für wenige Sekunden wie Smith ein Video-Telefonat mit dem Produzenten A.G. Cook führt.

Cook hat nicht nur “Trillions”, sondern auch das gesamte kommende Album produziert. Er arbeitet vor allem mit Pop- und Elektrokünstler:innen zusammen, allen voran Charli XCX. Sein Einfluss ist in “Trillions” durch den Autotune-Einsatz bemerkbar.

DIIV bewerben “ZIRP!” mit dem Zusatz “Das ist das neue Alternative, ein neues Genre für das 21. Jahrhundert”. “Trillions” kann mit seinem Autotune ein Hinweis darauf sein, wie dieses neue Genre aussehen soll. Auch das aktuelle Strokes-Album “Reality Awaits”, das vielen unter anderem wegen des präsenten Einsatzes von Autotune aufgestoßen ist, scheint das ebenfalls zu unterstreichen: Autotune ist im Rock angekommen.

“ZIRP!” soll am 30. Oktober veröffentlicht werden. Hier kann es vorbestellt werden.

Der Beitrag Kapitalismus ohne Aussicht erschien zuerst auf VISIONS.de.

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